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Einige Zahlen

5703. Tag danach
Gemeldet: 44
aus 12 Nationen
Männer: 37
Frauen: 7
Jüngster Mann 1969
Ältester Mann 1937
Jüngste Frau 1962
Älteste Frau 1940
Kürz. Etappe 9.6km
Längste Etappe 99.6km
Ø Etappe 78.7km

Transeurope-Footrace 09

Spreelauf-Archiv

VirtuTel

Auf dem Steppenhahn kann sich jeder anmelden und seine gelaufenen Kilometer eintragen. Die Kilometer werden dann auf der Strecke vom Europalauf angezeigt und schon ist man Teil des virtuellen Transeuropalaufs

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 Nachberichte

Vorberichte

frBernard GrojeanAvant le depart
frldsptelefon
deManfred LeismannManfreds Streckenerkundung mit Motorad, Frau und Campingbus
deAlle 8 Transkontinental Rennen von 1928 bis heute [2003]
deTrans Europa 19.04.-20.06.03 - Vorabbericht Januar
de
deMartin Wagen
deRobert WimmerAnreise und Aufenthalt in Lissabon
deUli Schulte
deWerner Sonntag

Avant le depart

Bernard Grojean


15.04.


Bernard est partit ce matin avec son camion pour le Portugal. 
Valérie sa suiveuse au volant, le trajet s'est bien passé, étape non loin de la frontière espagnole. 
Pas de liaison internet aujourd'hui. 
Demain nous aurons peut-être les premières photos.

18.04.


J'ai eu Bernard au téléphone, tout va bien ! 
Le trajet Montlucon / Lisbonne s'est passé sans encombres. 

Il était très heureux de l'accueil chaleureux que lui avait réservé l'amicale des anciens de la Légion Etrangère du Portugal et de son Président en particulier. (voir photo ci-contre). 

Merci à l'Amicale pour les photos !

ldsptelefon




Manfreds Streckenerkundung mit Motorad, Frau und Campingbus

Manfred Leismann

Alle 8 Transkontinental Rennen von 1928 bis heute [2003]



Das 1928 Rennen - von Los Angeles nach New York

Die 1928/29 Bunion Derbies oder damals offiziell bekannt unter C.C. Pyle's International Trans-continental Foot Races waren die Vision von des erfolgreichen Sportpromotors "Cash and Carry" C.C.Pyle. Pyle wollte die Tour de France Idee auf ein Transkontinental Lauf übertragen. Er war sich sicher ein Vermögen damit zu verdienen und setzte einen ersten Preis von $25000 aus. Auch wenn sicher nicht nur die besten Läufer angelockt wurden fand sich am 4. März 28 ein internationales Feld von 199 Läufern am Start in Los Angeles. 84 Tage später beendeten 55 das Rennen am Madison Square in New York. Die ersten Zehn Läufer mit Preisgeld waren:

1. A. Payne 573:04:34 $25000
2. J. Salo 10000
3. P. Granville 5000
4. M. Joyce 2500
5. G. Umek 1000
6. W. Kerr 1000
7. L. Perella 1000
8. E. Gardner 1000
9. F. von. Flue 1000
10. J. Cronik 1000

199 am Start, 55 im Ziel

Das 1929 Rennen - von New York nach LA.

Unabhängig des Faktes, daß er ca. $100000 bei dem Rennen 1928 verloren hatte, war Pyle sicher, daß er mit seiner Erfahrung vom vergangenen Jahr ein Vermögen verdienen konnte. Dieses Mal verlief der Lauf in umgekehrter Richtung auf einer anderen Route. Preisgeld wurde bis zum 15.ten Platz ausgeschrieben.

Das Rennen startete am Columbus Circle in New York am 31. März. Viele Läufer hatten Erfahrungen vom Vorjahr über Rennstrategie, Laufgeschwindigkeit und der eigenen Versorgung gesammelt. Die Rate der Ausfälle war unter den unerfahrenen Läufern sehr hoch. Aus einem Feld von über 100 Läufern waren nach 5 Tagen noch 51, nach 10 Tagen 36 und nach der 21 Etappe noch 31 Läufer übrig.

Das Rennen entwickelte sich zu einem Zweikampf zwischen dem Vorjahreszweiten Peter Gavuzzi und Johnny Salo. Erst auf der letzten Etappe gewann Salo, nach ca. 5000km, mit 2 Minuten und 17 Sekunden.

Die ersten 15 hätten Preisgeld gewonnen, wäre C.C. Pyle nicht bankrott gewesen.

1. J. Salo 525:57:20 $25000
2. P. Gavuzzi 526:00:06 10000
3. G. Umek 538:46:52 6000
4. S. Richman 571:29:29 2500
5. P. Simpson 586:30:53 2500
6. P. Granville 618:54:23 2250
7. M. McNamara 627:45:28 2000
8. H. Hedeman 631:23:48 1750
9. H. Abramowitz 634:46:20 1500
10. M. Joyce 689:02:52 1250
11. G. Shields 698:17:29 1000
12. E. Harbine 727:56:16 900
13. E. Cowley 742:00:27 850
14. P. Harrison 748:20:51 800
15. J. Spangler 755:59:14 700
über 100 Starter, 31 im Ziel Vielleicht als Ergebnis dieses Debakels gab es für 63 Jahre kein Rennen durch USA mehr.
1983 schrieb Tom McNab das Buch Flanagan`s Run basierend auf den Ereignissen von 28/29.
Dieses Buch belebte die Vision eines Transkontinental Rennens wieder.

TransAmerica Footraces 1992/5

Nach dem Fiasko beim Bunion Derby 1929 war es nicht überraschend das niemand ein weiteres Transkontinental Rennen durch die USA organisieren wollte. Dies hielt aber die "Journey Runners" nicht davon ab den Kontinent zu durchlaufen oft zwei bis drei pro Jahr.

In den 80er Jahren war ein hochgesponsorter Lauf im Gespräch, fand aber letztlich nicht statt.

1985 liefen Malcolm Campbell und Marvin Skagerberg das Lou Gehrig Race for Life. Dabei wurden 5728 km in einem Schnitt von 66 km/Tag zurückgelegt (6 Ruhetage). Skagerberg gewann mit 16 Minuten Vorsprung.

Dann plazierte 1991 Michael Kenney in der Zeitschrift Ultrarunning eine Anzeige um die Transkontinental Idee wieder zum Leben zu erwecken. Jesse Riley antwortete und zusammen wurde ein Kurs von Hunington Beach L.A. zum Central Park in New York geplant.

Mit einem Startgeld von $200, wurde eine Versorgung alle 3,5 km (je ein Kanister Wasser und Gatorate und Power Bars) und einfache Übernachtungen in Schulturnhallen oder Camping, gewährleistet. In manchen Etappenorten wurden die Läufer durch freiwillige Helfer versorgt.

1992 Huntington Beach, Calif. nach New York, N.Y.
2935 Meilen 4722 km 20.06- 22.08.92 73,8 km/Tag

1. David Warady (35) USA 521:35:57 9,0 km/h
2. Milan Milanovich (32) SWI +5:40:24
3. Tom Rogozinski (24) USA +7:12:57
4. Richard Westbrook (45) USA +15:57:07
5. Emile Laharrague (45) FRA +21:02:06
6. Edward Kelley (34) USA +23:33:48
* 7. Helmut Schieke (53) GER +41:29:43 8,4 km/h
8. Peter Hodson (37) GBR +74:44:04
* 9. Stefan Schlett (30) GER +97:52:25
10. Marty Sprengelmeyer (46) USA +119:20:33
11. John Wallis (55) USA +131:38:40
12, John Surdyk (36) USA +173:54:44
13. Serge Debladis (44) FRA +182:33:13 6,7km/h

28 am Start, *: Gemeldet für TransEuropa Trotz der erfolgreichen Organisation für nur $200 Startgeld ernteten die Renndirektoren Riley und Kenney sehr schlechte Presse in Ultraläuferkreisen. Hielt sie aber nicht ab im folgenden Jahr ein weiteres Rennen zu organisieren.

  • Lesetip: Der Transamerikalauf - von Helmut Linzbichler (ISBN 3-328-00564-1, Sportverlag Berlin, 1992)
    Beschreibung des Transam 92 aus der Sicht des teilnehmenden Österreichers Helmut Linzbichler

1993 Huntington Beach, Calif. nach New York, N.Y. Juni 19 - Aug. 21, 1993
2,912.35 Meilen 4686km 73,8 km/Tag
1. Ray Bell 46 FL 486:41:08 9,6 km/h
2. Pat Farmer 31 AUS +15:49:15
3. Lorna Michael 34 WI +99:33:59
4. Edward Kelley 35 CA +121:22:02
5. Tomoya Takaishi 51 AP +149:29:38
6. Rüdiger Dittmann 32 GER +203:49:55 6,8 km/h

13 am Start Erstmalig beim Trans Am konnte eine Frau finishen. Über den deutschen Rüdiger Dittmann erschien ein Artikel im Der Spiegel.

1994 Huntington Beach, CA. nach New York, NY. June 18 - Aug. 20, 1994
2,925.7 Meilen 4707,5 km in 64 Etappen 73,6 km/day

1. Istvan Sipos 35 HUN 517:43:02 9,1 km/h
2. Dante Ciolfi 39 NM +45:28:02
3. Michiyoshi Kaiho 50 JAP +69:19:00
4. Motohiko Sato 29 JAP +78:55:20
5. Kawika Spaulding 40 HI +81:05:22 7,8 km/h

14 am Start 1995 2906,1Meilen 4676km 73,1 km/Tag

* 1. Dusan Mravlje, SLO 427:59:00 10,9 km/h
2. Ray Bell, USA +16:50:31
3. David Horton, USA +21:27:51
4. Patrick Farmer, AUS +33:14:50
5. Nobuaki Koyago, JPN +34:25:58
* 6. Manfred Leismann, GER +53:32:18 9,7 km/h
7. Jun Onoki, JPN +89:01:04
8. Eiko Endo, JPN +123:46:01
9. Michiyoshi Kaiho, JPN +141:54:26 8,2 km/h
* 10. Don Winkley, USA +307:37:43 6,3 km/h

14 am Start, *: Gemeldet für TransEuropa Das schnellste aller vier Rennen. Dusan Mravlje setzte sich souverän gegen den energischen Pat Farmer durch, der dann verletzungsbedingt auf den vierten Platz rutschte.

Trans Australia Footrace 2001

4274,5 km - 4108,5 km Wertungs km, Perth - Canberra, 63 Lauftage 67,8km/Tag

1. Anatoli Kruglikov Rus 305:18:45 13,5 km/h
2. Andrei Derxen Rus 323:24:47 12,7 km/h
* 3. Dusan Mravlje Slo 360:50:25 11,3 km/h
4. Mihaly Molnar Hun 375:01:45 5
5. Mick Francis Aus 376:08:38
* 6. Wolfgang Schwerk Ger 407:40:25 10,0 km/h
7. Bobby Brown GB 423:33:26
8. Georgs Jermolajevs Lat 454:35:19
9. Paul Every Aus 467:30:36
10. Markus Müller Ger 486:53:37 8,4 km/h
11. George Audley Aus 513:35:35
* 12. Helmut Schieke Ger 514:10:27
* 13. Stefan Schlett Ger 517:36:37
14. Karl Heinz Kobus Ger 523:58:08 7,8 km/h

24 am Start, *: Gemeldet für TransEuropa Schwierige Organisatorische Voraussetzungen, Hitze bis zu 43 C°, eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten in der Nullabor Plan und der Tod des besten australischen Läufers Brian Smith machten das Rennen sowohl für die Betreuer als auch für die Läufer schwer.

Run Across USA 2002

3084,4 Meilen 4961,2 km in 71 Tagen 68,9 km/Tag
* 1. Martin Wagen SWI 32 514:45:05 9,6 km/h
2. Shoji Nishi JPN 54 574:45:12 + 60:00:07
* 3. Yuji Takeishi JPN 56 613:33:33 + 98:48:28
4. Nobuyuki Shimojima JPN 56 631:28:11 +116:43:06
* 5. Kazuko Kaihata JPN 48 Frau 643:37:09 +128:52:04
6. Makoto Koshita JPN 51 679:31:04 +164:45:59
7. Yasuo Kanai JPN 63 709:06:35 +194:21:30
8. Mariko Sakamoto JPN 54 Frau 773:47:10 +259:02:05 6,4 km/h
11 am Start, *: Gemeldet für TransEuropa In einem gut organisierten Rennen dominierte der Schweizer Martin Wagen von Anfang an. Zwei Frauen beendeten das Rennen. (Details unter /detail/runxusa.html)

Trans Europa Footrace 2003 (mm)

5020.3 km in 64 Tagen von Lissabon - Moskau
79,54 km/Tag (ohne letzte 9 km Schlussetappe)
Ergebnisse:
1. Robert Wimmer Ger 38 480:29:51 10,38 km/h
2. Martin Wagen SWI 33 494:44:52 + 14:15:01
3. Wolfgang Schwerk Ger 47 501:32:15 + 21:02:24
4. Janne Kankaansyrjä SF 36 510:33:40 + 30:03:49
5. Karl Graf Ger 52 512:46:10 + 32:16:19
6. Luc Dumont Saint Priest Fr 38 548:43:25 + 68:13:34
7. Dusan Mravlje SLO 50 565:42:53 + 85:13:02
8. Cor Westhuis NL 54 588:47:55 +108:18:04
9. Hans-Jürgen Schlotter Ger 40 591:40:27 +111:10:36
10. Joachim Hauser Ger 37 593:53:54 +113:24:03
11. Werner Alfred Selch Ger 51 601:43:51 +121:14:00
12. Franz Häusler Ger 48 618:26:22 +137:56:31
13. Manfred Leismann Ger 56 652:12:11 +171:42:20
14. Aldo Maranzina Ger 56 666:21:48 +185:51:57
15. Günther Böhnke Ger 46 668:35:53 +188:06:02
17. Yuji Takeishi J 57 670:40:52 +190:11:01
18. Stefan Schlett Ger 41 714:49:04 +234:19:13
19. Tsuyosho Sugawara J 59 718:44:14 +238:14:23
20. Yasuo Kanai J 64 739:46:08 +259:16:17
21. Mariko Sakamoto J 56 785:23:15 +304:53:24
22. Koji Sekine J 47 788:30:27 +308:00:36 6,33 km/h
mit Rollstuhl
1. Bernard Grojean F 51 469:32:12 10,63km/h
(44 am Start)
In einem sehr gut vorbereiteten Rennen wurden 8 Länder (Portugal, Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Polen, Weißrussland, Russland) mit 7 unterschiedlichen Sprachen durchquert. Der Trans Europa Lauf war sicherlich das logistisch schwierigste Kontinentalrennen das bis jetzt durchgeführt wurde. Sehr lange Etappen und hygienische Probleme ab Polen machten den Läufern und Betreuer Schwierigkeiten. Robert Wimmer dominierte das Rennen ab dem 10. Tag. (Details unter /detail/transeuropa.html)

Web- und Lesetip sowie die Hervorhebung der erneut Angemeldeten eingefügt vom Steppenhahn, und abschliessend gibt es noch eine Tabelle mit den Läufern, die beim TransEuropa angemeldet waren und schonmal einen Transkontinentallauf gefinisht hatten. (Es sind natürlich auch Läufer angemeldet, die einen TK-Lauf schonmal nicht erfolgreich beenden konnten, wie z.B. Koji Sekine, der beim RunAcrossAmerica 2002 in der 29. Etappe wegen Knieproblemen zum Journey-Runner wurde.):

Name Gefinisht in
Kazuko Kaihata Amerika 2002
Manfred Leismann Amerika 1995
Dusan Mravlje Amerika 1995, Australien 2001
Helmut Schieke Amerika 1992, Australien 2001
Stefan Schlett Amerika 1992, Australien 2001
Wolfgang Schwerk Australien 2001
Yuji Takeishi Amerika 2002
Martin Wagen Amerika 2002
Don Winkley Amerika 1995

Markus Müller, zusammengefasst aus ultramarathon world - David Blaikie, Alan Firth und privaten Quellen

Trans Europa 19.04.-20.06.03 - Vorabbericht Januar





Martin Wagen


Nach dem Abenteuer Run Across America 2002 (Bericht unter www.lsvb.ch bzw. www.steppenhahn.de) im letzten Jahr wollte ich eigentlich keinen neuen Trans- Kontinental-Lauf mehr wagen. Die Lust war nicht da und es gab eigentlich auch sonst keinen Grund dafür. Vom Trans Europa Lauf habe ich natürlich schon länger gehört, wollte mich aber nicht wirklich damit beschäftigen. Am Basler Marathon im Oktober 2002 erzählt mir mein Vereinskollege Michi Misteli, dass er sich nun definitiv für dieses Unterfangen angemeldet habe. Mist, muss das wirklich sein?! Ich überlege noch eine Woche, spreche ausgiebig mit meinem Schatz Alexa und überweise dann ebenfalls das Startgeld. Es sind diesmal so viele Topläufer am Start und vielleicht findet der TER auch nur einmal statt?! Da muss ich hin! Da müssen wir hin! Alexa ist bereit mich zu betreuen und in der offiziellen Betreuung mitzuhelfen! Ohne ihre Hilfe, das wird sich später deutlich herausstellen, wäre dieses Abenteuer nur sehr schwer für mich zu schaffen...

Ein paar Details zum Lauf:

  •  Start am 19. April 2003 in Lissabon, Ziel am 21. Juni in Moskau
  • es geht von Portugal über Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Polen, Weissrussland nach Russland
  •  zwischen 5000 und 5200 km in 64 Tagen, keine Ruhetage. Durchschnittlich also etwa 80 km pro Tag. Damit ist der TER der bisher längste Lauf der Welt, wenn auch nicht der härteste... Die genauen Etappenlängen sind leider nicht bekannt und können nur geschätzt werden.
  • Etappen bis zu maximal 99 Kilometer
  • Mindesttempo: 6 km/h. Wer diese sogenannte "Cut-off-time" überschreitet, fliegt aus dem Rennen, darf dann aber ohne Zeitmessung als Etappenläufer weiterlaufen.
  • Organisiert und geleitet wird der TER von Ingo Schulze. Er organisiert seit Jahren erfolgreich den Spreelauf und hat auch 1998 den Deutschlandlauf durchgeführt.
  • Die Verpflegung unterwegs und nach dem Laufen ist organisiert. Ebenso die Unterkünfte in den Turnhallen.
  • Teilnehmer: 44 Läuferinnen und Läufer. Michi und ich sind die einzigen
  • Schweizer. Mit 33 Jahren bin ich übrigens erneut der jüngste Läufer.

Montag, 14.04.03

Letzten Freitag haben wir nach dem russischen endlich auch noch das zweite Visum erhalten, das von Weissrussland (Belarus). Für das russische Visum haben alle Teilnehmer ja eine Einladung vom Olympischen Komitee erhalten und das hat dann somit auch gut geklappt. Wenn auch fast in letzter Minute... Doch was steht da auf unserem Visum von Belarus? Ich kann es kaum fassen?! Das Transit-Visum ist wohl wie gewünscht einen Monat gültig, aber wir dürfen für die Durchquerung von Weissrussland nur zwei Tage benötigen! Das reicht natürlich für die gut 700 Kilometer nicht ganz. Ein Telefon bei der Botschaft schafft Klarheit. Wir brauchen eine andere Art von Visum, ein neues Visum also. Statt der 30 Franken kostet es nun 90 Franken pro Person, zusätzlich natürlich. Michi (mein Freund und Vereinskollege), meine Freundin Alexa und ich entschliessen uns, am heutigen Montag persönlich bei der Botschaft in Muri bei Bern vorbeizuschauen, um das ganze definitiv zu klären. Der Botschafter ist unkompliziert und verspricht uns die Visa inklusive der Pässe noch in der gleichen Woche unseren Eltern zuzustellen. Diese bringen dann die Dokumente nach Frankreich mit. Wir fahren erleichtert Richtung Basel zurück. Ein Nachmittag investiert, aber es hat schlussendlich geklappt! Und nur das zählt schlussendlich!

Dienstag, 15.04.03

Um 17.00 Uhr geht unser Flieger. Bis um ca. 15.00 Uhr muss also alles gepackt und vor allem verstaut sein. Michi wird uns dann morgen um die gleiche Uhrzeit nachfolgen. Alexa holt bei der Post noch das versprochene Packet von Sponsor ab (meine Eiweiss-Shake-Dosen), organisiert noch dies und das und gemeinsam schaffen wir es dann tatsächlich pünktlich auf den Flieger! Was für ein Tag! Aber endlich geht es los! Eben noch in Basel und kurz vor 19.00 Uhr Ortszeit schon in Lissabon. Der Pilot zeigt uns noch die Stadt von ihrer schönsten Seite, man könnte auch sagen von allen Seiten. Wir erkennen aus der Vogelperspektive diverse Sehenswürdigkeiten, u.a. auch den Turm von Béjar, wo wir am Samstag unseren Trip Richtung Moskau starten werden. Es klappt alles wie am Schnürchen: Überpünktliche Landung, das Gepäck kommt sofort vom Band, gleich ein Taxi, super Hotel... Hoffentlich geht das nur gut so! Wir kaufen neben dem Hotel noch die teuerste Wasserflasche in ganz Europa: 20 Cents, also ca. 30 Rappen für 1.5 Liter! Hätten wir in der Schweiz doch nur solche Preise! Dann geht es auf Restaurantsuche. Suchen müssen Alexa und ich nicht lange. In einer Seitengasse finden wir ein kleines, ausschliesslich von Einheimischen besuchtes nettes Restaurant mit ausgezeichneter Küche! Obwohl wir die Sprache kaum verstehen, finden wir je ein gutes Stück Fleisch mit super Beilagen! Klasse Essen, klasse Abend! Der 1. Tag unserer Reise ist vorbei! Bitte weiter so!

Mittwoch, 16.04.03

Alexa und ich bummeln durch die Stadt. In der Nähe des Tejos hat es schöne Einkaufsstrassen und grosse, schöne Plätze. Auch die Fahrt mit einem Nostalgie- Tram ist echt der Hammer. Es geht rauf und runter, mitunter sehr steil. Eine echte Touristenattraktion! Wir schauen uns noch die Fährstation am Tejo an, von wo es am Samstag dann über den Fluss geht. Nach einigem Rumfragen finden wir einen kleinen Laden, der Gaskocher verkauft. Wir decken uns gleich mit zwei Bomben ein... Pfanne, Besteck und so haben wir von Zuhause mitgenommen. Donnerstag, 17.04.03 Heute morgen ziehen wir vom Hotel in die vom Veranstalter gestellte Halle um. Sie befindet sich in einem schönen grossen Park mitten in Lissabon. Wir treffen das erste Mal auf Ingo, andere Helfer und natürlich auf die anderen Läufer. Erstes gegenseitiges Beschnuppern untereinander... Wir verabreden uns telefonisch mit Michi in einem Café. Er ist ja erst gestern in Lissabon angekommen. Das Schweizer Team ist nun komplett! Am Abend essen wir in einer kleinen Gruppe in einem Restaurant und fragen uns, wie wohl das Abenteuer schlussendlich so aussehen wird. Wir werden es bald erfahren!

Freitag, 18.04.03

Noch einen Tag Galgenfrist bis zum Start. Wir können uns schon mal auf das Hallenleben einstimmen. Michi, Alexa und ich machen einen gemeinsamen Stadtbummel und vertreten uns somit ein wenig die Füsse. Am Abend die erste Information durch Ingo (und bis auf weiteres auch die letzte...). Er erklärt sehr umständlich, wie die Strecke zukünftig markiert werden wird. Ein paar Punkte aus dem Reglement werden nochmals erwähnt und zum Schluss nach der nicht mehr enden wollenden Sitzung (mit tut längst der Hinter weh!) posieren wir noch für die obligaten Fotos. Leider versäumt es Ingo die Helfer und vor allem uns Läufer irgendwie vorzustellen. Eigentlich das wichtigste und das absolut mindeste! Bei jedem Wald- und Wiesenlauf ist dies ja schon der Fall?! Heute wird vom Veranstalter das erste Abendessen serviert. Es fällt heute sehr bescheiden aus: Wienerli, Gurken, Tomaten und Toastbrot. Also kein wirkliches Läuferessen so ala Pastapartie... Wir verzerren kurz die Köstlichkeiten und schmeissen sofort unseren neuen Gaskocher an. Es gibt für Michi, Alexa und mich Risotto. Unsere Anschaffung hat sich schon mehr als bezahlt gemacht!

Anreise und Aufenthalt in Lissabon

Robert Wimmer

Uli Schulte

Werner Sonntag

Eintrag vom 27. 11. 02

Ingo Schulzes Reisebericht über seinen Aufenthalt in Lissabon gelesen. Er hat dort mehrere Tage über den Start des Transeuropalaufs verhandelt. Protokolle sind gewöhnlich langweilig. Aber dieser Bericht - ein Reisebericht ist er nun wahrhaftig nicht in touristischem Sinne - hat mir deutlich gemacht, welche Arbeit in dieses Unternehmen, den Lauf von Lissabon nach Moskau, investiert werden muß. Manfred Leismann ist der Visionär, er will den Transamerikalauf, an dem er teilgenommen hat, auf Europa übertragen. Er ist nicht nur Visionär, er hat auch die Strecke vermessen. Ganz festlegen kann man sich wohl noch nicht. Denn die Verlegung des ursprünglich geplanten Starts vom Vasco da Gama zum Torre de Belém wird wohl knapp 20 km mehr ausmachen. Ingo Schulze ist der Realisator. Sicherlich wird er beschimpft werden. Das weiß er schon jetzt, das weiß jeder, der ein solches Unternehmen plant. Ich habe großen Respekt vor einem Organisator wie ihm. Ich freue mich, daß wir uns am 2. Dezember  bei der Forumsdiskussion der Stuttgarter Buchwochen begegnen. Das letztemal war’s nach dem Spartathlon.
Ich werde nun immer  wieder einmal www.transeuropalauf.de aufrufen. Eine traurige Nachricht jedoch: Guus Smit, ein Niederländer, der mit der Startnummer 28 an dem Lauf von Portugal nach Rußland teilnehmen wollte, ist am 23. Oktober bei der 10. Austragung des  extremen Berglaufs „Le Grand Raid de la Réunion“, 125 km mit 8000 Höhenmetern, tödlich verunglückt; er stürzte 50 Meter tief ab. Ein anderer Teilnehmer, der Franzose Gérard Bordage, erlitt einen tödlichen Herzinfarkt. Ein Schock für die Veranstalter. Fürs nächste Jahr sollen Konsequenzen gezogen werden. Immer erst hinterher. Vor Jahren schon habe ich gerügt, daß beim Spartathlon der Lauf durch das Verkehrsgewühl von Athen auf nicht gesperrtem Kurs zu gefährlich sei. Bisher sind die Veranstalter mit einem blauen Auge davongekommen. Edgar Pattermann ist seinerzeit beim Spartathlon zwar angefahren worden, aber mit Verletzungen davongekommen. 
(...)

Eintragung vom 6. 12. 02

(...)
Wieder www.transeuropalauf.de angeklickt, die Seite über das gewaltige Unternehmen im nächsten Jahr, das auf unserer Veranstaltung in Stuttgart völlig zu kurz kam. Die laufhistorische Darstellung dieser Website finde ich allerdings oberflächlich. Und so etwas ärgert mich: Ende der achtziger Jahre habe der erste 24-Stunden-Lauf in Mörlenbach stattgefunden. Nein, so geht das nicht. Es war ein Staffellauf, der bereits 1969 entstand. Zehn Jahre später war unter den Mannschaften eine Mannschaft, die aus einem Mann bestand, Friedrich Marquardt. Er war der erste 24-Stunden-Läufer. 24-Stunden-Läufe für Einzelläufer gibt es also seit 1979. Mein früherer Chef, Professor Josef Eberle aus Rottenburg am Neckar - nicht gar so weit weg von Ingo Schulzes Horb -, pflegte uns Redakteuren, wenn wir aus dem Gedächtnis und dann falsch zitierten, in der Redaktionskonferenz zu sagen: "Herrgott Sack, schloaget doch nach!"

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